Verleugnung


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Verleugnung
Regie: Mick Jackson
Buch: David Hare nach dem Sachbuch „History on Trial: My Day in Court with a Holocaust Denier“ von Deborah Lipstadt
Länge: 110 Min
FSK: ab 12 Jahre
Genre: (Historien-)Drama
Klasse: 10. bis 13. Klasse
Fächer: Geschichte, Englisch, Deutsch, Recht, Ethik
Schlagwörter: Holocaust/Holocaustleugnung, Recht/Rechtssysteme, Antisemitismus, (Deutsche) Geschichte, Gesellschaft, Konzentrationslager, Nationalsozialismus, Judentum, Ethik
Verleih: SquareOne/Universum Film
Jahr: 2017
Begleitmaterial

Kurzbeschreibung:
Als der britische Holocaustleugner David Irving die amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt wegen Verleumdung verklagt, müssen Lipstadt und ihre Anwälte vor dem Königlichen Zivilgericht in London nachweisen, dass seine Geschichtsklitterung die historischen Fakten verfälscht. Regisseur Mick Jackson und Autor David Hare adaptieren den wahren Fall als faktenreiches Justizdrama mit Rachel Weisz, das eine sachliche und spannende Chronik des Prozessverlaufs liefert.

Im Jahr 1996 verklagte der britische Holocaustleugner David Irving die US-Historikerin Deborah Lipstadt und den Verlag Penguin Books wegen Verleumdung, weil die Dozentin seine kruden Thesen in ihrem 1993 veröffentlichten Sachbuch „Denying the Holocaust“ diskreditiert hatte. Als es 2000 zum Prozess am Königlichen Zivilgericht in London kommt, muss die Angeklagte darlegen, dass Irvings Leugnung des Genozids die historische Wahrheit verdreht – das britische Recht kennt nämlich keine Unschuldsvermutung des Beschuldigten. Die renommierten Anwälte Richard Rampton und Anthony Julius vertreten Lipstadt, der Agitator Irving tritt ohne Beistand auf. Die Taktik der Verteidigung beschwört Konflikte herauf: Die Jüdin Lipstadt will Holocaust-Überlebende in den Zeugenstand berufen, die Juristen setzen hingegen auf Gutachter, die Irvings unsaubere Quellenarbeit offenlegen.
Die Verfilmung des wahren Justizfalls basiert auf Lipstadts Sachbuch „History on Trial: My Day in Court with a Holocaust Denier“, das David Hare in Drehbuchform gebracht hat. Mick Jackson inszeniert den Prozessverlauf als sachliches, auf Fakten und Dialoge konzentriertes Drama. Lipstadt trifft Vertreter der jüdischen Gemeinde Londons und besucht die Gedenkstätte in Auschwitz, doch die zentralen Handlungsorte sind der Gerichtssaal und die Kanzlei, wo die Rechtsanwälte ihre pragmatische Prozesstaktik festlegen. Gutachter wie der Berliner Professor Hajo Funke und der Historiker Richard Evans belegen Irvings Kontakte zu Rechtsextremisten und seine Geschichtsklitterung. Lipstadts Konflikte mit ihren rationalen Anwälten verleihen der historisch-politischen Fragestellung dabei einen moralischen Unterbau.
Mit Themen wie dem Holocaust, Antisemitismus und Rechtsextremismus wirft das Justizdrama etliche Fragen auf: Welchen Zweck verfolgt Irving mit seiner Leugnung des Genozids an den Juden Europas? Wie sieht Antisemitismus heute aus? Sollte die Holocaustleugnung außerhalb Deutschlands ebenfalls ein Straftatbestand sein? „Ich bin ein Historiker Hitlers.“, sagt Irving. Sein unverhohlener Geschichtsrevisionismus kann ein Gespräch über das historische Arbeiten anregen: Wie beeinflusst die Weltsicht des Historikers seine Geschichtsdarstellung? Welche Methoden ermöglichen eine historisch fundierte Analyse? Schülerinnen und Schüler höherer Klassenstufen können Auszüge aus Lipstadts Publikationen und Irvings falsche Zitationen mit den Originalquellen abgleichen. Die glaubhafte Entwicklung der Protagonisten, der Pragmatismus der Anwälte und Lipstadts emotionale Herangehensweise, ermöglichen schließlich eine Figurenanalyse.