Timm Thaler oder das verkaufte Lachen


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Timm Thaler oder das verkaufte Lachen
Regie: Andreas Dresen
Buch: Alexander Adolph, nach dem Kinderbuchklassiker von James Krüss
Länge: 103 Min
FSK: 0
Genre: Literaturverfilmung, Kinderfilm, Abenteuerfilm
Klasse: 3. bis 7. Klasse
Fächer: Deutsch, Lebenskunde, Religion, Philosophie und Ethik
Schlagwörter: Richtiges Leben, Gut und Böse, Teufelspakt, Wetten, Glücksspiel, Familie, Freundschaft
Verleih: Constantin Film
Jahr: 2017
Begleitmaterial

Kurzbeschreibung:
Ein zwölf Jahre alter Junge verkauft sein Lachen und lässt sich damit auf einen Handel mit dem Teufel ein. Die ebenso eigenwillige wie liebenswürdige Geschichte über Timm Thaler stammt ursprünglich von James Krüss. Jetzt ist sie erstmals für das Kino bearbeitet worden – eine Herzensangelegenheit für Regisseur Andreas Dresen, der einen klugen und unterhaltsamen Film geschaffen hat.

Timm Thaler ist Vollwaise und hat eigentlich nicht viel zu lachen im Leben. Trotzdem kann er gerade das gut: Sein Lachen ist ansteckend und unwiderstehlich. Auch der merkwürdige Baron Lefuet interessiert sich dafür. Er kauft Timm das Lachen ab – im Gegenzug erhält Timm die erstaunliche Gabe, jede Wette zu gewinnen. Allerdings darf er mit niemandem über diesen Pakt sprechen. Für kurze Zeit genießt der Junge die Möglichkeiten, anderen durch Wetten eins auszuwischen oder auf der Pferderennbahn gigantische Geldsummen zu gewinnen. Aber dann merkt er, dass er mit dem Lachen etwas Lebenswichtiges verloren hat und bemüht sich darum, den Handel mit Lefuet rückgängig zu machen. Allerdings erweist sich sein Gegner als mächtig: Rückwärts gelesen wird aus Lefuet ein „Teufel“ – und in der Tat kämpft Timm gegen einen modernen Wiedergänger des Leibhaftigen, der hinter der Maske der Freundlichkeit Elend und Unglück verbreitet. Timm gelangt in das Schloss des Barons und gerät immer tiefer in dessen Fänge. Doch bei einem großen Pferderennen unternehmen Timms Freunde Kreschimir und Ida einen raffinierten Versuch, den Baron mit seinen eigenen Waffen zu schlagen – durch eine Wette.
Vorlage für den Film ist James Krüss‘ Kinderroman von 1962, der auf sinnvolle Weise gestrafft und verdichtet wird. Durch neue Figuren wie Timms charmante Freundin Ida, aber auch die komischen Dämonen Behemoth und Belial wird die Geschichte kinotauglich. Die ausgreifenden Schilderungen geschäftlicher Verwicklungen werden ersetzt durch einen kurzen Animationsfilm, mit dem Baron Lefuet seinem Zögling Timm die übelsten Methoden globaler Ausbeutung erklärt. Dem Film gelingt etwas, was bereits James Krüss‘ Text auszeichnete: Eine liebevoll erzählte, fantasievolle, manchmal auch absurde Geschichte zu entwickeln und zugleich mit einem scharfen Blick die Übel der modernen Welt zu erfassen. Der Film stellt die Frage, wer oder was heute als das „Böse“ oder das „Teuflische“ betrachtet werden kann. Zum Flair der Schauplätze trägt das mondäne „Grand Hotel“ bei, aber auch der monströse Palast des Baron Lefuet und seine „Zentrale“, eine futuristische Halle mit Projektionsflächen und Leitpulten, von denen aus weiß gekleidete Dämonen die weltweiten Geschäfte des Barons steuern. Eine hochkarätige Besetzung und ausgezeichnete Kinderdarsteller machen den Film zu einem sehenswerten Vergnügen.
Diese Geschichte stellt ganz konkrete, menschliche neben hochphilosophische Fragen: Warum lachen wir? Was ist das Menschliche an dieser Fähigkeit? Was ist böse? Gibt es eine Gestalt, die das Böse verkörpert? Die Geschichte vom Teufelspakt hat eine lange Tradition, in der „Peter Schlemihl“ und „Faust“ nur zwei Beispiele sind – warum nicht eines davon in vereinfachter Form aufgreifen und auf diese Weise zeigen, dass gute Geschichten immer wieder neu erzählt werden wollen? Nicht nur der Teufel liebt es, Wetten abzuschließen – es ist auch ein menschliches Bedürfnis, das Probleme mit sich bringen kann. Im Film TIMM TALER spielen Wetten eine herausragende Rolle und bilden mitunter auch dramaturgische Gelenkstellen. Die Themen Familie und Freundschaft kommen ebenfalls vor: Durch sein Experiment droht Timm die Freundschaft zu Ida zu verlieren – am Ende gewinnt er nicht nur sie zurück, sondern auch eine neue Familie.