Snowden


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Snowden
Regie: Oliver Stone
Buch: Oliver Stone, Kieran Fitzgerald
Länge: 139 min
FSK: ab 6 Jahre
Genre: Politthriller
Klasse: ab 9. Klasse
Fächer: Deutsch, Englisch, Politik, Sozialkunde, Informatik, Ethik, Philosophie
Schlagwörter: Zivilcourage, Spionage, Datenschutz, Geheimdienste, Freiheit, Ausspähung, USA, NSA, Whistleblower, Macht, Demokratie, Individuum u. Gesellschaft, Gerechtigkeit, Exil, Idealismus
Verleih: Universum Film
Jahr: 2016

Kurzbeschreibung:
Der Spielfilm über den weltbekannten amerikanischen Whistleblower begleitet Edward Snowden von seinen Anfängen bei der CIA über erste Zweifel an den Methoden der US-Geheimdienste bis hin zu der Enthüllung, die ihn viel mehr als nur seine Karriere kostet.

Der amerikanische Whistleblower Edward Snowden gilt als Symbol des Widerstands gegen die unbeschränkte Ausspähung der Bevölkerung durch mächtige westliche Geheimdienste. Ausgehend vom entscheidenden Treffen mit britischen Enthüllungsjournalisten und einer US-Dokumentarfilmerin in Hongkong 2013 lässt die Filmbiographie des Politfilmspezialisten Oliver Stone wichtige Lebensstationen des Programmierers Revue passieren: Von ersten Einsätzen für die US-Geheimdienste CIA und NSA über aufkeimende Bedenken wegen deren systematischer Missachtung der Privatsphäre bis zum Entschluss, die teils illegalen Machenschaften öffentlich zu machen. Eine große Stütze Snowdens in diesen schwierigen Jahren ist seine Lebensgefährtin Lindsay Mills. Der Film zeigt die schwerwiegenden Folgen für Karriere und Privatleben auf, die Snowden in Kauf nahm, aber auch erste Gesetzesreformen in den USA infolge der Enthüllungen.
Der dreifache Oscar-Gewinner Oliver Stone und sein Ko-Autor Kieran Fitzgerald stützen sich in ihrem Drehbuch auf ein Sachbuch des „Guardian“-Journalisten Luke Harding und einen Roman des russischen Snowden-Anwalts Anatoly Kucherena. Anders als Laura Poitras, die sich in ihrem Dokumentarfilm „Citizenfour“ auf acht Tage konzentriert, strebt „Snowden“ ein umfassendes Porträt des Whistleblowers an. Im Zentrum steht der Wandel eines pflichtbewussten Patrioten zu einem Geächteten, der wegen Landesverrat angeklagt ist und von vielen Menschen als Held gefeiert wird. Während Snowdens Familie im Film keine Rolle spielt, wird deutlich, wie wichtig seine Freundin Lindsay Mills für seine innere Entwicklung war. Stone beglaubigt die Wahrhaftigkeit seines in Rückblenden erzählten und mit bombastischer Musik unterlegten Politthrillers am Anfang durch zeitgenössische Fotografien und am Ende durch Aufnahmen von Protesten gegen die NSA-Spionagepraxis.
Im Unterricht bietet sich ein direkter Vergleich mit dem Dokumentarfilm „Citizenfour“ an, der den gleichen Fall behandelt. Welche Folgen hat die ausgefeilte Spannungsdramaturgie des Spielfilms für die Wahrnehmung des Protoganisten? Sind wir dort eher geneigt, Snowden als Helden anzusehen, als in einem nüchternen Dokumentarfilm? Wenn Snowden in Hongkong ein Handy in ein Mikrowellengerät steckt oder die Kamera seines Laptops abklebt, macht der Film mit szenischen Mitteln deutlich, wie weit der Arm der Geheimdienste ins Privatleben reicht. Hier liegt eine Diskussion zu der Frage nah, ob wir im Alltag etwa in den Sozialen Medien sorgfältig genug mit unseren privaten Daten umgehen. Amnesty International hat 2015 einen Sieben-Punkte-Plan zum Schutz der Privatsphäre vorgelegt. Arbeitsgruppen können erörtern, ob Snowdens Enthüllungen zur anlasslosen Massenüberwachung geholfen haben, die Bedeutung dieses Grundrechts in der breiten Bevölkerung zu verdeutlichen. Und verschiebt die Terrorbedrohung gerade die Balance von Freiheit und Sicherheit?