Offline – das Leben ist kein Bonuslevel


FilminfoInhaltFilmische UmsetzungAnknüpfungspunkte für die pädagogische ArbeitTrailer
Offline – das Leben ist kein Bonuslevel
Regie: Florian Schnell
Buch: Jan Cronauer, Florian Schnell
Länge: 83 min
FSK: ab 12 Jahre
Genre: Abenteuer, Komödie
Klasse: 8. bis 12. Klasse
Fächer: Deutsch, Religion, Ethik, Sozialkunde
Schlagwörter: Computerspiele, Gaming, Freundschaft und Liebe, Vertrauen, Zusammenhalt, Teamwork, Vir­tu­a­li­tät und Realität
Verleih: Little Dream Entertainment
Jahr: 2016

Kurzbeschreibung:
Der 17-jährige Jan ist im ‚realen Leben‘ zurückhaltend und schüchtern, in der ‚virtuellen Welt‘ der Online-Computerspiele aber ein anerkannter und heldenhafter Krieger. Während der Vorbereitung für ein großes Online-Turnier wird Jans Account gehackt – eine Katastrophe für ihn. Gemeinsam mit einem weiteren Hacker-Opfer, der ungestümen Karo, versucht Jan seinen virtuellen Status zurückzuerobern. Nun muss er sich auch in der Offline-Welt beweisen.

Der schüchterne Jan verbringt die meiste Zeit des Tages im Internet. Als wagemutiger Krieger Fenris kämpft er sich als einer der Besten durch das Computerspiel „Schlacht um Utgard“. Doch ausgerechnet während der Vorbereitung für ein wichtiges Turnier wird sein Account gehackt. Weder das Internet noch sein Handy oder seine EC-Karte funktionieren mehr. Um sich seine digitale Identität zurückzuerobern, bleibt Jan nichts anderes übrig, als sich ohne technische Hilfsmittel auf die Reise in die echte Welt zu machen. Bei seiner Suche trifft er auf die wilde Karo. Wohl oder übel muss er sich mit der lautstarken Gamerin zusammentun, denn sie hat wichtige Informationen. Die Frage ist nur: Wie kommen sie ohne Geld an ihr Ziel? Es beginnt eine aufregende Reise, bei der die Realität für Jan sowohl zum Gegner als auch zum stärksten Verbündeten wird. (Max-Ophüls-Preis)
Bei der Umsetzung folgen Bildgestaltung und Dramaturgie an vielen Stellen der Computerspiel-Ästhetik, Form und Inhalt des Films laufen somit ebenbürtig ineinander: Elemente aus Computerspielen wie Umgebungsdesign, Steuerung, Spielanweisungen und zu bewältigende Aufgaben bzw. Levels werden spielerisch in den Film eingewoben, so dass er die Faszination der sog. „virtuellen Welt“ in die filmische integriert. Damit wird zugleich Jans Zustand der Flucht vor der für ihn öden und schwer zugänglichen Realität (der Schule, des Elternhauses) ins Bild gesetzt. Die Story ist unterhaltsam und jugendgerecht inszeniert, „Offline“ dämonisiert die Computerspiele-Welt nicht, will aber auch kein pädagogischer Aufklärungsfilm sein. Vielmehr vermittelt er anschaulich und vielfach humorvoll die Schwierigkeit der beiden Identifikationsfiguren Jan und Karo, sich in den vermeintlichen Parallelwelten anzunähern.
Zwar sind es hauptsächlich Jungs, die (online) Action-Fantasy- bzw. Action-Rollenspiele spielen. Aber die Wunschvorstellung, in eine andere Rolle zu schlüpfen und sich gegenüber anderen zu beweisen, beschäftigt Mädchen und Jungs gleichermaßen und eröffnet viele Fragestellungen: Welche Möglichkeiten gibt es hierfür im „richtigen“ Leben? Ist die „virtuelle Computerspiele-Welt“ eine Alternative? Und ist sie überhaupt zu trennen von dem, was man „Realität“ nennt, oder ist sie inzwischen nicht vielmehr ein Teil davon? Gilt in der virtuellen Welt eine andere Moral, ein anderes Recht? Sind Computerspiele die interaktiven Märchen des digitalen Zeitalters, die man selber mit erzählen muss? Ab wann sind Computerspieler/innen süchtig? Diese Themen können zunächst auch ohne Spezialwissen auf der Grundlage des Films angesprochen und im Unterricht vertieft werden.