Nur ein Tag


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Nur ein Tag
Regie: Martin Baltscheit
Buch: Martin Baltscheit
Länge: 76 Min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Literaturverfilmung, Kinderfilm
Klasse: 1. bis 4. Klasse
Fächer: vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachkunde, Religion, Kunst, Lebenskunde
Schlagwörter: Leben und Tod, Freundschaft, Natur, Familie, Philosophie, Fabeln, Lüge & Wahrheit, Trauer, Identität
Verleih: W-Film Distribution
Jahr: 2017
Begleitmaterial

Kurzbeschreibung:
Ein ganzes Leben an nur einem Tag? Fuchs und Wildschwein bereiten der Eintagsfliege ein wunderschönes Leben mit allem, was dazu gehört. Was darf in einem erfüllten Leben auf keinen Fall versäumt werden? Die drei Freunde finden gemeinsam einen versöhnlichen Weg, mit dem Kreislauf des Lebens umzugehen. Martin Baltscheit hat einen Film aus seinem erfolgreichen Theaterstück und Kinderbuch gemacht, der das Leben feiert, obwohl er das Thema Tod behandelt.

Als die Eintagsfliege den Fuchs und das Wildschwein kennenlernt, fragt sie sich sofort: Warum sind die beiden so unendlich traurig? Schnell findet sie heraus, warum. Der Fuchs hat nur einen Tag zu leben. Kurzerhand nimmt sie sich vor, ihm den allerbesten Tag zu bescheren: „Wer nur einen Tag hat, der braucht das ganze Glück in 24 Stunden!“. Die drei neuen Freunde erleben auf einer Wanderung durch Wald und Wiesen ein ganzes Leben im Schnelldurchlauf: Schule, Heiraten, Kinderkriegen, Altwerden und Sterben. Doch irgendwann verplappert sich der Fuchs. Die Eintagsfliege erfährt den wahren Grund der Traurigkeit: Sie selbst hat nur einen Tag zu leben. Fuchs und Wildschwein brachten es nicht übers Herz, der lebenslustigen, zauberhaften Eintagsfliege die Wahrheit zu erzählen. Die Eintagsfliege muss sich entscheiden. Soll sie mit ihrem Schicksal hadern oder Frieden mit dem Lauf der Dinge schließen? Bei der Entscheidung helfen ihr die neuen Freunde Fuchs und Wildschwein.
In dieser Theater- und Kinderbuchverfilmung werden die Tiere von erwachsenen Schauspielerinnen und Schauspielern gespielt. Doch auch richtige Tiere sind zu sehen. In Großaufnahmen werden zwischen den Szenen Insekten, Vögel und Säugetiere in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt. Der Wald wird im Film als Lebensraum erfahren, der eigene Regeln und Kreisläufe hat. Die Geschichte des Films wird einzig in der Interaktion zwischen den Protagonisten/innen erzählt. Fragen zum Thema Leben und Tod werden auf philosophische, aber anschauliche, einfache Art und Weise verhandelt. Dabei wird relativ stark vorgegeben, was zu einem glücklichen Leben dazugehört: Schule, Heiraten, Kinder. Der Film hat seine Stärken in den offeneren Momenten, wenn nach Moral, Verantwortung, dem Wert von Freundschaft und unterschiedlichen Lebenseinstellungen gefragt wird.
Der Film stellt viele Fragen an das Leben, die tolle Gelegenheiten für ein lebendiges, philosophisches Gespräch bieten. Was würdet ihr machen, wenn ihr nur einen Tag zu leben hättet? Was ist euch wichtig in eurem Leben? Was ist Glück? Wieviel Zeit brauchen wir für Glück? Gibt es nur eine Wahrheit? Diese und andere Fragen lassen sich genauso gut auf spielerische und kreative Weise diskutieren. Denkbar wären Rollenspiele und/oder Bastelaufgaben. In „Nur ein Tag“ werden Stereotype reproduziert, genauso wie mit anderen explizit gebrochen wird. Sind Füchse wirklich immer schlau? Sind Schweine immer faul? Gehört Heiraten und Kinderkriegen zu einem erfüllten Leben unweigerlich dazu? Da der Wald Ort des Geschehens ist, ist auch eine Auseinandersetzung mit der Natur als Lebensraum denkbar. Welche Tiere leben im Wald? Was ist eigentlich eine Eintagsfliege und lebt sie wirklich nur einen Tag? Woran liegt es, dass Tiere unterschiedlich lang leben?