Mullewapp – Eine schöne Schweinerei


FilminfoInhaltFilmische UmsetzungAnknüpfungspunkte für die pädagogische ArbeitTrailer
Mullewapp - Eine schöne Schweinerei
Regie: Tony Loeser, Theresa Strozyk
Buch: Jesper Møller
Länge: 79 Min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Animationsfilm, 3D-Animation, Kinderfilm
Klasse: ab Vorschule
Fächer: Vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachkunde, Lebenskunde, Religion, Kunst
Schlagwörter: Freundschaft, Solidarität, Mut, Tiere, Zivilcourage, Toleranz, Abenteuer, Helden, Selbstvertrauen, Literaturverfilmung
Verleih: StudioCanal
Jahr: 2016

Kurzbeschreibung:
Vor sieben Jahren kam der erste „Mullewapp“-Zeichentrickfilm nach den Geschichten des Kinderbuchautors Helme Heine ins Kino. Jetzt folgt eine 3D-Adaption, in der Schwein Waldemar, Mäuserich Johnny Mauser und Gockel Franz von Hahn gegen die feindliche Übernahme des Bauernhofs durch eine Wildschweinbande einschreiten. Auch in den neuen Abenteuern stimmen die Filmemacher ein kindgerechtes Loblied auf Freundschaft, Solidarität und Zivilcourage an.

Einen Tag vor seinem Geburtstag ist das stets hungrige Schwein Waldemar nervös, denn es würde am liebsten sofort über die Torte herfallen, die die Bewohner des Bauernhofs Mullewapp gebacken und in der Scheune eingeschlossen haben. Doch eine spionierende Fledermaus verrät die Leckerei an das gerissene Wildschwein Horst von Borst, das Waldemar und dessen Freunde Franz von Hahn und Johnny Mauser hinters Licht führt. Horst behauptet, das Trio habe ihn mit dem Fahrrad umgefahren und am Bein verletzt. Die Freunde bringen den Patienten auf den Hof, um ihn zu versorgen. Mit seinem Charme wickelt Horst die übrigen Bewohner um den Finger und kundschaftet aus, wie er an die Torte herankommt. Mit einem Trick schickt er die drei Freunde auf eine unfreiwillige Ballon-Tour und holt drei dummdreiste Kumpane herbei, die den Hof zerstören. Aber so rasch geben die Bewohner Mullewapps nicht auf.
Während die erste Trickfilm-Adaption des Bilderbuchstoffes von Helme Heine vor sieben Jahren noch von Hand gezeichnet wurde, entstand die neue Version in 3D im Computer. Sie bemüht sich jedoch, den gezeichneten Buchfiguren nahe zu bleiben. Die dramaturgische Struktur ist mit drei liebenswerten Hauptfiguren, vier Antagonisten und wenigen Nebenfiguren leicht überschaubar. Ein gemächlicher Schnittrhythmus, die episodische Erzählweise mit nur zwei Parallelhandlungen und die farbenfrohen Designs machen den Film auch für die jüngsten Kinobesucher zum Erlebnis. Dramatische Zuspitzungen zum Beispiel bei der finalen Geistershow werden oft durch humoristische Einlagen aufgebrochen, etwa durch vier putzige Ninja-Küken, die an die gelben „Minions“-Figuren erinnern, oder einen Nichtschwimmer-Hippie-Biber. Während sich Erwachsene bei solchen ironischen Anspielungen amüsieren können, sorgen bei kleinen Kindern vor allem Slapsticknummern und fröhliche Banjo-Musik für Heiterkeit.
Im Zentrum der dramatischen Ereignisse steht der Wert der Freundschaft. Zentrales Symbol dafür ist die gemeinsame Nutzung des Fahrrads durch Waldemar, Johnny und Franz. Nur mit vereinten Kräften überstehen die drei Freunde zudem die Gefahren der abenteuerlichen Reise mit dem Rad in der Luft, im Wasser und auf der Erde. Die gemeinsame Widerstandsaktion der vertriebenen Großfamilie des Bauernhofs gegen die destruktiven Eindringlinge bietet reichlich Ansatzpunkte, um im Unterricht über die Bedeutung von Solidarität und Zivilcourage zu sprechen. Denn der Film zeigt, dass auch Schwache mit Mut, Phantasie und Einfallsreichtum wie einem zur Tannenzapfenkanone umfunktionierten Fahrrad Stärkere besiegen können Die filmische Inszenierung bietet Anlass, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie im Film Bewegungsillusion geschaffen wird. Mit einem Daumenkino oder anderem optischen Spielzeug wie Zwirbelscheibe oder Rollkino können insbesondere Kinder ohne oder mit wenig Kinoerfahrung erleben, wie Bilder in Bewegung versetzt werden.