Ente gut! Mädchen allein zu Haus


FilminfoInhaltFilmische UmsetzungAnknüpfungspunkte für die pädagogische ArbeitTrailer
Ente gut! Mädchen allein zu Haus
Regie: Norbert Lechner
Buch: Katrin Milhahn, Antonia Rothe-Liermann
Länge: 95 Min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Kinderfilm, Abenteuerfilm
Klasse: 3. bis 6. Klasse
Fächer: Deutsch, Religion, Ethik/Lebenskunde, Gesellschaftskunde, interkulturelle Bildung
Schlagwörter: Freundschaft, Familie, multikulturelle Gesellschaft, Mobbing, Mädchen, Rollenbilder, Verantwortung, Mut, Abenteuer
Verleih: Weltkino Filmverleih
Jahr: 2016

Kurzbeschreibung:
Als die Mutter nach Vietnam reisen muss, um die kranke Oma zu versorgen, hat die elfjährige Linh neben der Schule die Verantwortung für den Haushalt, den Imbiss ihrer Mutter und ihre kleine Schwester Tien. Das darf niemand erfahren. Als Pauline, die selbst ernannte Spionin aus dem Wohnblock gegenüber, das Geheimnis entdeckt, erpresst sie die Geschwister. Doch daraus entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihr und den beiden vietnamesischen Mädchen.

Die elfjährige Linh und ihre kleine Schwester Tien leben in Halle, wo ihre Mutter einen vietnamesischen Imbiss betreibt, in dem Linh mithilft. Als die Mutter längere Zeit nach Vietnam reisen muss, um die kranke Oma zu versorgen, sind die beiden Mädchen ganz auf sich allein gestellt. Das darf niemand wissen, vor allem nicht das Jugendamt. Plötzlich ist Linh neben der Schule für den Haushalt, den Imbiss und für Tien verantwortlich. Doch ausgerechnet Pauline, aus dem Wohnblock gegenüber, hat die Geschwister bereits ausspioniert und droht damit die beiden zu verraten, wenn sie nicht an deren eigenständigem Leben teilhaben darf. Nach und nach verwandelt sich jedoch Paulines Erpressung zu einer Freundschaft zwischen ihr und den beiden vietnamesischen Mädchen. Allerdings tauchen immer wieder Situationen auf, die diese Freundschaft auf eine harte Probe stellen. Denn die Polizei und Frau Trost vom Jugendamt sind dem Geheimnis von Linh und Tien auf der Spur.
Der neue Kinderfilm von Norbert Lechner, der auf einer originären Geschichte beruht, ist tiefgründig, spannend und humorvoll zugleich. Die Rollen der drei Protagonistinnen sind sehr gut besetzt, wobei besonders Linh in ihrer schauspielerischen Leistung als verantwortungsvolle und umsichtige Ersatzmutter von Tien und als „Chefin“ des Imbiss besonders herausragt. Die Lebenswelten von Pauline und Linh werden in vielen Szenen einander gegenübergestellt, so dass die unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse der beiden Mädchen gut zur Geltung kommen. Mit Leichtigkeit und Charme werden hier die Feinheiten der vietnamesischen Kultur vermittelt. In ruhigen Bildern und mit geschickt eingesetzter Musik, gelingt es dem Film eine berührende Geschichte über Integration, Freundschaft und Erwachsenwerden zu erzählen.
Die gleichaltrigen Mädchen Linh und Pauline könnten nicht gegensätzlicher sein. Während man in Vietnam mit knapp zwölf Jahren schon fast als erwachsen gilt, ist Pauline, in ihrer aufsässigen Art, noch weit davon entfernt. Anhand der Charakterisierung der beiden Hauptfiguren können auch die Unterschiede in den kulturellen Lebenswelten der Mädchen herausgearbeitet werden. Die Annäherung von Linh und Pauline zu einer echten Freundschaft ist ein wichtiges Thema des Films. Wie verändern sich die Mädchen im Laufe des Films? Warum beneidet Pauline die vietnamesischen Geschwister? Was können die beiden voneinander lernen und wie kann Integration ganz konkret aussehen? Der Film bietet viele Anknüpfungspunkte für diese Fragen. Ebenso kann die Beziehung der Mädchen zu ihren Eltern, Mobbing in der Schule und die Lebenssituation von Menschen aus anderen Kulturen thematisiert werden. Darüber hinaus kann der Film dazu anregen, sich über vietnamesische Bräuche, Essensgewohnheiten und Lebensweisen zu informieren.