Das ist unser Land


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Das ist unser Land
Regie: Lucas Belvaux
Buch: Lucas Belvaux, Jérôme Leroy
Länge: 117 Min
FSK: ab 12 Jahre
Genre: Drama
Klasse: 9. bis 13 Klasse
Fächer: Politik, Deutsch, Französisch, Sozialkunde, Psychologie
Schlagwörter: Politik, Demokratie, Medien, Manipulation, Rechtsextremismus, Macht/Machtgefüge
Verleih: Alamode Film
Jahr: 2017
Begleitmaterial

Kurzbeschreibung:
Als Krankenpflegerin in einer strukturschwachen Region Nordfrankreichs ist Pauline täglich mit Problemen konfrontiert. Beeindruckt von Parolen wie Bürgernähe und dem Kampf gegen die soziale Kluft, lässt sich Pauline auf die rechtsnationale Partei Nationale Volksbewegung ein. Doch Pauline muss bald schon feststellen, dass der Schein trügt.

Als Krankenpflegerin in einer strukturschwachen Region Nordfrankreichs ist Pauline täglich mit Problemen konfrontiert. Politisch würde sie sich eher links einordnen, doch gerade auf Menschen wie sie hat es die rechtsnationale Partei „Nationale Volksbewegung“ abgesehen. Beeindruckt von Parolen wie „Bürgernähe“ und dem Kampf gegen die „soziale Kluft“, lässt sich Pauline als Kandidatin für die kommenden Bürgermeisterwahlen aufstellen. Doch als Marionette der schneidigen Parteiführerin Agnès Dorgelle fühlt sie sich bald unwohl. Noch dazu mischt sich die Politik in ihr Privatleben ein: Paulines Jugendliebe Stanko, mit dem sie sich einen neuen Anfang erhofft, ist der Partei ein Dorn im Auge. Der rechtsradikale Schläger, angeblich geläutert, gefährdet das seriöse Image der selbsternannten Patrioten.
„Das ist unser Land!“ ist keine schwarze Komödie, sondern bittere Realität: Hinter Madame Dorgelles nationaler Bewegung lassen sich unschwer der Front National und dessen Parteiführerin Marine Le Pen ausmachen. In einer geradezu sozialrealistischen Inszenierung, die nur gelegentlich überspitzt, steht allerdings Pauline im Vordergrund. Für den befreundeten Arzt Dr. Bertier, intellektuelles Aushängeschild der Partei, ist sie ein leichtes Opfer. Doch seine Verführungskünste treffen sie in einem Umfeld, das insgesamt nach rechts kippt: Im Freundeskreis wettert man gegen Migranten und politische Korrektheit, ein minderjähriger Freund ihres Sohnes betreibt eine anti-muslimische Webseite. Mit einem guten Gespür für tatsächliche Ängste und Missstände zeigt der Film, wie rechte Parteien diese aufgeheizte Stimmung schüren und ausnutzen.
Nicht nur in Frankreich bemühen sich rechtsnationale Kräfte um gesellschaftliche Anerkennung. Vormals radikalen Positionen wird öffentlich abgeschworen, man gibt sich als Anwalt der kleinen Leute. Der Film entlarvt diese Selbstinszenierung als schönen Schein, ohne Menschen wie Pauline zu diskreditieren. Im Politikunterricht kann mit den Schülern diskutiert werden, wie sie selbst auf rechte Parolen reagieren. Würden sie selbst in eine Partei eintreten? Welche sozialen und politischen Umstände begünstigen in Ländern wie Frankreich und Deutschland den Rechtspopulismus? Der Blick hinter die politischen Fassaden kann auch zum Gespräch darüber anregen, wie vor allem in Wahlkampfzeiten Politik medial inszeniert wird – im Spielfilm, in redaktionellen Nachrichtensendungen oder von den Parteien selbst in sozialen Medien.