Auf dem Weg zur Schule


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Auf dem Weg zur Schule
Regie: Pascal Plisson
Buch: Pascal Plisson, Marie-Claire Javoy
Länge: 75 min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Dokumentarfilm
Klasse: 2. bis 6. Klasse
Fächer: Deutsch, Ethik, Sachkunde/Lebenskunde, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde
Schlagwörter: Schule, Kindheit/Kinder, Fremde Kulturen, Familie, Werte, Armut, Abenteuer
Verleih: Senator Film
Jahr: 2012

Kurzbeschreibung:
Der Dokumentarfilm begleitet vier Kinder aus Kenia, Marokko, Argentinien und Indien auf ihrem oft langen und beschwerlichen Weg zur Schule und in eine hoffentlich bessere Zukunft.

Im Morgengrauen macht sich der elfjährige Jackson mit seiner jüngeren Schwester auf den Weg zur Schule: 15 Kilometer durch die kenianische Savanne im Laufschritt, über Berge und Hügel, immer auf der Hut vor Elefanten und anderen gefährlichen Wildtieren. Jacksons Familie ist arm und hat die Hoffnung, dass es den Kindern besser ergehen wird. Jackson ist überzeugt, dass ihm Bildung eine bessere Zukunft ermöglicht und er Pilot werden kann. Der französische Filmemacher Pascal Plisson porträtiert in seinem Dokumentarfilm vier Kinder aus Kenia, Marokko, Argentinien und Indien, die für ihren Schulbesuch eine beschwerliche und oft gefährliche Reise in Kauf nehmen: Sie reiten allein durch die Weite Patagoniens, überqueren Gebirgspässe oder unwegsame Flusstäler und müssen dabei mit schwierigen Situationen fertig werden, wobei sie aber nie ihr Ziel – die Schule – aus den Augen verlieren.
Nach einer kurzen Einführung, in der die Protagonisten/innen im Familienkreis und bei täglichen Aufgaben vorgestellt werden, konzentriert sich der Film auf die abenteuerlichen Reisen der Kinder, die stellvertretend jeweils verschiedene Grundthemen – etwa Bildung für Mädchen oder Inklusion – repräsentieren sollen. Die meist ruhige Kamera ist den Mädchen und Jungen dabei dicht auf den Fersen oder fängt beeindruckende Landschaftsbilder ein. Die vier Geschichten werden parallel und mit großer Leichtigkeit von den Kindern selbst erzählt, die so Einblicke in ihre Gedanken und ihr Alltagsleben fernab großer Städte erlauben. „Auf dem Weg zur Schule“ ist dabei ein versöhnlicher Film, der Probleme weitestgehend ausspart: Konflikte werden meist im Nu von den jungen Helden/innen gelöst, Tod und schwere Unfälle kommen nicht vor und natürlich erscheinen alle Kinder pünktlich zum Unterricht. Einige Szenen, etwa als Jackson vor Elefanten flüchten muss, sind nachgestellt worden, ohne dass dies im Film gekennzeichnet wird.
Vier Kinder und ihr strapaziöser Schulweg: mit den Geschichten von Jackson, Zahira, Samuel und Carlito will Regisseur Plisson zeigen, welchen hohen Wert Bildung für Heranwachsende in abgelegenen und/oder armen Regionen hat (wobei der Film nicht auf die Lerninhalte in den jeweiligen Schulen eingeht). Die porträtierten Kinder müssen nicht zur Schule gehen, sie wollen es. Insofern bietet der Film einen guten Anlass, um mit Schülern/innen über Sinn und Nutzen von Schulbildung zu sprechen und eigene Einstellungen zum Thema Schule zu hinterfragen. Dabei lohnt es sich, auch nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten zu schauen. Denn der Film erlaubt Einblicke in den Alltag und die Lebenswelten von Kindern, die inmitten der Natur leben, jenseits großer Städte. Hier ist vor allem das Zusammenleben der Generationen spannend. Auffallend ist, wie selbstständig die Kinder sind und wie viel Verantwortung sie bereits in jungen Jahren für sich und andere übernehmen müssen.