Winnetous Sohn


FilminfoInhaltFilmische UmsetzungAnknüpfungspunkte für die pädagogische ArbeitTrailer
Winnetous Sohn
Regie: André Erkau
Buch: Anja Kömmerling, Thomas Brinx
Länge: 92 Min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Kinderfilm
Klasse: 3. bis 6. Klasse
Fächer: Deutsch, Sachkunde, Ethik, Kunst
Schlagwörter: Kindheit/Kinder, Familie, Freundschaft, Träume, Vorurteile, Film/Filmgeschichte/ Filmsprache, Indianer, Jungen
Verleih: Weltkino Filmverleih
Jahr: 2015

Kurzbeschreibung:
In einem Western wäre Max ein „Bleichgesicht“. Aber in seiner Welt ist der 10-Jährige ein echter Indianer. Als die Karl-May-Spiele einen Darsteller für Winnetous Sohn suchen, ist für ihn klar, dass das seine Rolle ist. Und das nicht nur, weil er im Herzen ein Indianer ist, sondern auch, weil er seine Eltern wieder zusammenführen will. Unbeirrt verfolgt Max seinen Plan, denn „ein Indianer kann alles schaffen, wenn sein Herz entschlossen ist.“

In einem Western wäre der blonde Max ein „Bleichgesicht“. Aber in seiner Welt ist der 10-Jährige schon immer ein Indianer gewesen. Ohne Kopfschmuck geht er nicht aus dem Haus, geschlafen wird auf dem Boden unterm Tisch – sehr zum Leid seiner Mutter, die ihn allein erzieht, seit „ein mächtiger Wind die Eltern auseinandergetrieben hat“. Als Max erfährt, dass die Karl-May-Spiele einen Darsteller für Winnetous Sohn suchen, ist für ihn klar, dass das seine Rolle ist. Und das nicht nur, weil er „im Herzen“ ein Indianer ist, sondern auch, weil er darüber seine Eltern wieder zusammenführen will. In kurzer Zeit muss der pummelige Junge Bogenschießen und Reiten lernen und setzt dabei auf seinen liebevollen, aber unsteten Vater und auf den verschlossenen Morten, den er im Feriencamp kennengelernt hat. Unbeirrt verfolgt Max seinen Plan, denn „ein Indianer kann alles schaffen, wenn sein Herz entschlossen ist.“
Winnetous Sohn wird von dem Hauptdarsteller Lorenzo Germeno getragen, der Max als pfiffigen Jungen zeigt. Seine innere Stärke bezieht er aus den vom Vater beigebrachten „Indianerweisheiten“, die zuweilen altklug und deshalb auch komisch wirken. Ihm gegenüber steht Morten, ein introvertierter Junge mit Helikopter-Eltern. Dass sich die beiden so verschiedenen Jungen zusammenraufen werden, ist absehbar und entspricht ganz der Dramaturgie eines Kinderfilms. Der Film ist zudem gespickt mit pädagogischen Botschaften, etwa, dass man an sich glauben oder Menschen nicht nach dem Äußeren beurteilen soll. Das Indianer-Thema spielt im Film nicht nur inhaltlich, sondern auch ästhetisch eine Rolle: In Motiven, Figuren, Kamera und der etwas zu dominanten Musik wird wiederholt auf das Western-Genre verwiesen. Kurze Animationen und Slapstick sorgen für Abwechslung und Spaß.
Der Film kann innerhalb einer Unterrichtseinheit „Indianer“ gut als Einstieg integriert werden, um sich mit der Kultur der amerikanischen Ureinwohner zu beschäftigen. Dabei sollte es weiterführend darum gehen, welche Bilder und Vorstellungen der Film reproduziert und inwiefern diese den Tatsachen entsprechen. Für ältere Schüler bietet sich eine Beschäftigung mit Karl May, seiner Winnetou-Figur und mit den Verfilmungen an, sowie allgemein mit der Darstellung von Indianern im Westernfilm und dem Genre an sich. Die beiden gegensätzlich angelegten Jungen- und Außenseiterfiguren Max und Morten können analysiert werden sowie deren Freundschaft und Probleme und Lösungsstrategien. Beide werden im Laufe der Handlung zunehmend selbständiger, zumal die Erwachsenen entweder keine Zeit haben oder nicht verlässlich sind. Zudem können die von Max zitierten „Indianerweisheiten“ gesammelt und interpretiert werden, wobei die Kinder sich auch eigene Sprüche ausdenken können.