Voll verzuckert – That Sugar Film


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Voll verzuckert - That Sugar Film
Regie: Damon Gameau
Buch: Damon Gameau
Länge: 102 Min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Dokumentarfilm
Klasse: 7. bis 13. Klasse
Fächer: Deutsch, Kunst, Biologie, Sozialkunde, Ethik/Religion
Schlagwörter: Ernährung, Konsum, Werbung, Manipulation, Medizin, Krankheit, Individuum und Gesellschaft, Filmsprache, Globalisierung, Fremde Kulturen, Armut
Verleih: Universum Film
Jahr: 2015

Kurzbeschreibung:
In einem riskanten Selbstversuch testete der Filmemacher Damon Gameau was passiert, wenn man seinen Zuckerkonsum nicht limitiert, sondern bewusst steigert. Das Experiment, das er unter Aufsicht von Ärzten, Wissenschaftlern und Ernährungsberatern durchgeführt hat, zeigt die fatalen Folgen der heimlichen Zuckerbomben. Seine Diät bestand nämlich aus vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie Joghurt, Müsli, Smoothies und Co.

In einem riskanten Selbstversuch testete der australische Filmemacher Damon Gameau, was den meisten Menschen zunächst verlockend vorkommen mag: Was passiert, wenn man seinen Zuckerkonsum nicht limitiert, sondern bewusst steigert? 40 Teelöffel täglich vertilgt ein Australier im Durchschnitt. Daran orientierte sich Gameau bei seinem 60 Tage dauernden Experiment, das er unter Aufsicht von Ärzten, Wissenschaftlern und Ernährungsberatern durchgeführt hat. Doch das Besondere: Nicht etwa aus Süssigkeiten und Softdrinks bestand seine Diät, sondern aus vermeintlich gesunden Lebensmitteln, aus fettarmem Jogurt, Müsli, Smoothies und Co. Welche fatalen Folgen es hat, wenn die Ernährung ausschließlich aus geschickt als „Wellness-Food“ vermarkteten Lebensmitteln – den heimlichen Zuckerbomben – besteht, wird am Ende des Experiments überdeutlich.
Informativ und unterhaltsam zugleich klärt Gameau, der eigentlich Schauspieler ist und hier sein Langspielfilmdebüt liefert, über die Wirkungen von Zucker auf. Daneben macht er deutlich, wie die Zuckerindustrie ihre Fäden zieht: Rund um den Globus reiste er während seines Versuchs und traf führende Experten ebenso wie Zucker-Geschädigte. In der Umsetzung eines nicht ganz neuen Themas bedient er sich einer außergewöhnlichen, frischen Bildsprache: Interviewsituationen und Erklärpassagen werden durch witzige Animationen, Werbetrailer aus den 50igern und schrille Performances des Filmemachers aufgelockert. Dass er sich selbst, seine Perspektive und seine persönlichen Erfahrungen ganz in den Mittelpunkt stellt, macht den Film umso lebendiger und zugänglicher – und mag dazu beigetragen haben, dass er zum erfolgreichsten australischen Dokumentarfilm aller Zeiten wurde.
Wir leben in einer Zeit, in der engagierter denn je über Ernährungsfragen debattiert wird und die unterschiedlichsten Dogmen aufeinanderprallen. In der Absicht, den häufig verwirrenden Diskussionen etwas „Handfestes“ entgegenzusetzen, dokumentiert dieser Film sehr anschaulich das Selbstexperiment des Regisseurs. Im Deutsch- oder Kunstunterricht kann diskutiert werden, ob dennoch etwas Missionarisches von ihm ausgeht und welche filmischen Strategien genutzt werden, um seine Botschaften zu transportieren. Darüber hinaus können Vergleiche zu Filmen wie SUPER SIZE ME (Morgen Spurlock, USA 2004) bzw. zu Filmen des berühmt-umstrittenen Dokumentarfilmers Michael Moore angestellt werden. Während im Biologieunterricht die gesundheitlich-medizinischen Fragestellungen erörtert sowie das eigene Essverhalten reflektiert werden können, bietet sich der Sozialkunde-, Ethik- oder Religionsunterricht zur Untersuchung der gesellschaftlichen Dimensionen an, das heißt der Frage nach der Verantwortung der Lebensmittelindustrie, der Politik, der Wissenschaft sowie letztendlich auch der Konsumenten.