Der kleine Prinz
Regie Sanna Lenken
Buch Sanna Lenken
Länge 95 Min
FSK ab 6 Jahre
Genre Drama
Klasse 6. bis 13. Klasse
Fächer Deutsch, Sozialkunde, Ethik, Lebenskunde, Sport
Schlagwörter Erwachsenwerden, Geschwister, Magersucht, Pubertät, Familie, Mädchen, Krankheit, Identität, Vorbilder
© Camino Filmverleih
Jahr 2014
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Exzerpt Stella steht im Schatten ihrer großen Schwester. Die ist „einfach toll“, finden die Eltern. Katja ist eine begabte Eiskunstläuferin, hübsch ist sie obendrein. Stella dagegen ist, nun ja, Stella: lieb und pummelig.
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Inhalt

Die 12-Jährige mag Käfer und – was niemand ahnt – auch Katjas Trainer, für den sie heimlich Gedichte schreibt. Auch sie würde gerne über das Eis schweben, doch da hilft kein Glitzer-Lidschatten, kein Funkel-Diadem: Stella ist mehr Waldbiologin als Eisprinzessin. Sie ist hin- und hergerissen zwischen Schwesternliebe, Bewunderung und Eifersucht. Wie kann sie gegen die strahlende Katja bestehen? Doch hinter all dem Glanz verbirgt diese ein dunkles Geheimnis, das Stella eines Tages entdeckt: Katja ist magersüchtig. Von der Schwester zum Schweigen verdonnert, lebt Stella fortan in Angst und Sorge, eine Last, die sie fast erdrückt, bis sie ihre Eltern schließlich einweiht und die Familie sich der Krankheit stellen muss.

Umsetzung

Während es in Stellas Familie immerzu nur um Katjas Bedürfnisse geht, dreht sich im Film alles um Stella. Die Geschichte wird durchweg aus ihrer Perspektive erzählt und als Zuschauer taucht man so in ihre Gefühlswelt ein. Traumwandlerisch und doch mit wachem Verstand bewegt sich die 12-Jährige durch eine Welt in Eiscremefarben, in der sie Zuneigung, aber auch Einsamkeit erfährt. Zentraler Bezugspunkt ist dabei immer wieder ihre Schwester Katja, die Vertraute und Konkurrentin zugleich ist. Der eher leichte Tonfall zu Beginn der Geschichte ändert sich, als Stella von Katjas Essstörung erfährt. Die innere Zerreißprobe, die das Mädchen – und später auch die Eltern – angesichts von Katjas Krankheit durchlebt, überträgt sich auf das Publikum. Dabei bleibt der Fokus stets auf Stella gerichtet, die schließlich in dieser Krise lernt, zu sich selbst zu finden und sich von der großen Schwester abzunabeln.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Beziehung der beiden Schwestern, weniger die Magersucht-Erkrankung der Älteren. Dennoch regt der Film dazu an, sich im Unterricht mit dem Thema Essstörungen, deren Symptomen und Ursachen auseinanderzusetzen. Dabei sollte es auch darum gehen, was Angehörige und Freunde unternehmen können, wenn im eigenen Umfeld jemand etwa magersüchtig ist. In diesem Zusammenhang kann analysiert werden, welche Entscheidungen Stella diesbezüglich trifft und warum sie sich zunächst von Katja erpressen lässt. Hat sie womöglich das Gefühl, ihre Schwester zu verraten? Hieran anknüpfend kann es allgemeiner um das Thema Geschwister gehen und welche Rolle diese im eigenen Leben spielen. Sind die Verbündete, Vorbilder oder Konkurrenten? Da es sich hierbei um ein recht persönliches Thema handelt, bietet es sich an, dass die Schüler das Thema kreativ bearbeiten, etwa durch kurze Handyfilme. Nicht zuletzt soll diskutiert werden, welche Entwicklung Stella durchlebt und wie die Schüler das Ende des Films bewerten.