11 Malala - Ihr Recht auf Bildung
Regie Davis Guggenheim
Buch Davis Guggenheim inspiriert von der Autobiografie „Ich bin Malala“ von Malala Yousafzai und Christina Lamb
Länge 88 min
FSK ab 12 Jahre
Genre Dokumentarfilm, Biografie
Klasse 7. bis 13. Klasse
Fächer Politik, Sozialkunde, Religion, Ethik, Philosophie, Geografie, Deutsch, Wirtschaft
Schlagwörter Bildung, Erziehung, Familie, Mut, Idealismus, Menschenrechte/-würde, fremde Kulturen, Exil, Islam/Islamismus, Rollenbilder, Verantwortung
© Twentieth Century Fox of Germany
Jahr 2015
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Exzerpt Im Dezember 2014 erhält die 17-jährige Malala Yousafzai den Friedensnobelpreis – aber ihre Geschichte beginnt viel früher. Der Dokumentarfilm „Malala – Ihr Recht auf Bildung“ erzählt die Biografie des pakistanischen Mädchens, das schon mit elf Jahren begann, sich gegen die frauen- und bildungsfeindlichen Aktivitäten der Taliban zu wehren.
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Inhalt

Im Dezember 2014 erhält die 17-jährige Malala Yousafzai den Friedensnobelpreis – aber ihre Geschichte beginnt viel früher. Der Dokumentarfilm „Malala – Ihr Recht auf Bildung“ erzählt die Biografie des pakistanischen Mädchens, das schon mit elf Jahren begann, sich gegen die frauen- und bildungsfeindlichen Aktivitäten der Taliban zu wehren. Gefördert durch ihren Vater setzt sich Malala öffentlich für eine Verbesserung der desolaten Bildungssituation in Pakistan ein. 2012 schießt ihr ein Talibankämpfer gezielt in den Kopf. Mit knapper Not und dank internationaler Hilfe überlebt Malala – und zahlt einen hohen Preis. Sie leidet an Folgeschäden und lebt nun fern ihrer Heimat in England. Von dort aus nutzt sie ihre internationale Bekanntheit, um sich weiter für die Bildung, Frieden und Frauenrechte einzusetzen. Neben Treffen mit Politikern und Reden vor UNO-Gremien erlebt sie aber auch die ganz normalen Höhen und Tiefen eines Teenagers auf dem Weg in die Erwachsenenwelt.

Umsetzung

Der Film erzählt die noch kurze, aber ereignisreiche und dramatische Biografie in einem dichten Geflecht von dokumentarischen Aufnahmen, Interviews und animierten Sequenzen. Diese ersetzen nicht nur das fehlende Bildmaterial zu Malalas Kindheit und Herkunft, sie geben dem Film auch eine poetische Tiefe und zeigen, dass der Werdegang des Mädchens aus dem Swat-Tal eine innere Logik hat, die bereits in der Familiengeschichte angelegt ist. Regisseur Davis Guggenheim bewegt sich sehr nah an seiner Hauptfigur und ihrem wichtigsten Begleiter und Mentor, Malalas Vater. Der Film montiert kurze Sequenzen zu einem vielgestaltigen Stimmungsbild und erzählt im weiteren Verlauf in einer Parallelmontage auf die emotionalen Höhepunkte hin: das Attentat 2012 und die Verleihung des Friedensnobelpreises 2014. Die zahlreichen Zeitsprünge können anfangs verwirren und sollten durch eine vorgelagerte Einführung in Malalas Biografie aufgefangen werden.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit

Die Protagonistin ist etwa im gleichen Alter wie die Filmzuschauer und ihre Themen sind solche, die auch im Leben von Jugendlichen in Europa eine Rolle spielen – wenn auch unter ganz anderen Vorzeichen. Ein Mädchen, das sein Leben aufs Spiel setzt, um zur Schule gehen zu dürfen, wirft ein scharfes Schlaglicht auf kulturelle und gesellschaftliche Gegensätze zwischen einem islamisch geprägten Entwicklungsland und westlicher Kultur. Mit dem Kennenlernen von Malalas Lebenswelt in Pakistan stellt sich damit auch die Frage nach dem eigenen Selbstverständnis: Was bedeutet mir Bildung, was ist sie mir wert, wofür setze ich mich ein und wie weit würde ich dabei gehen? Neben ästhetischen Fragestellungen (Animations-Sequenzen, Zeitsprünge, Parallelmontage) regt der Film dazu an, die Emotionalität von Dokumentarfilmen zu reflektieren. Der Regisseur fordert zur emotionalen Anteilnahme heraus und lässt wenig Spielraum für distanzierte Reflexion, was kritisch hinterfragt werden könnte. Ein weiteres Thema ist die Rolle medialer Inszenierung – Malalas dramatisches Schicksal ist sehr bewegend und wirkt deshalb auch als Katalysator ihrer internationalen Bekanntheit. Pointiert gesagt: Ohne das Attentat hätte sie wohl keinen Friedensnobelpreis bekommen.