Lippels Traum


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Lippels Traum
Regie: Lars Büchel
Buch: Ulrich Limmer, Paul Maar nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Paul Maar
Länge: 100 min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Kinderfilm, Literaturverfilmung
Klasse: 3. bis 7. Klasse
Fächer: Deutsch, Lebenskunde, Religion/Ethik
Schlagwörter: Freundschaft, Abenteuer, Einsamkeit, Familie, Schule, Kindheit/Kinder
Verleih: Universum Film
Jahr: 2008

Exzerpt:
Eine Woche kann ganz schön lang sein, findet der elfjährige Philipp, genannt Lippel. Sein allein erziehender Vater und überlässt seinen Sohn der Obhut von Frau Jakob. Lippel leidet unter ihrer Strenge und kann seine Sorgen nur vergessen, wenn er sich in die „Geschichten aus 1001 Nacht“ vertieft. Im Schlaf spinnt er die Geschichten weiter und träumt sich dabei direkt ins Morgenland.

Eine Woche kann ganz schön lang sein, findet der elfjährige Philipp, genannt Lippel. Sein allein erziehender Vater Otto, ein Gourmetkoch in Passau, muss auf Geschäftsreise und überlässt seinen Sohn der Obhut von Frau Jakob. Fortan hat Lippel nichts mehr zu lachen, denn die neu angestellte Haushälterin führt ein strenges und unfaires Regiment, dem sich ihr Schützling bedingungslos unterordnen muss. Seine Sorgen und Nöte vergisst Lippel nur, wenn er sich in die „Geschichten aus 1001 Nacht“, ein Abschiedsgeschenk seines Vaters, vertieft. Aber dann konfisziert Frau Jakob das Buch und damit sein einziges Refugium. Die begonnene Lektüre lässt den Jungen jedoch nicht mehr los. Im Schlaf spinnt er die Geschichten weiter und träumt sich dabei direkt ins Morgenland. Dort tauchen Menschen aus seinem Umfeld in neuer Gestalt wieder auf: Seine Mitschüler Hamide und Arslan verwandeln sich in zwei Königskinder und Frau Jakob in die niederträchtige Schwägerin des Königs, der aussieht wie Lippels Vater. Zunehmend bestimmt Lippel durch sein mutiges Handeln den Fortgang der abenteuerlichen Geschichte. Seine Träume, in denen er so unerschrocken agiert, geben Lippel schließlich die Kraft, sich auch in seinem realen Leben zu behaupten.
„Lippels Traum“ von Lars Büchel ist ein unterhaltsamer, visuell wie dramaturgisch überzeugender Kinderfilm, der vor allem durch die gelungenen Übergänge zwischen Real- und Fantasiewelt besticht. Die prominente Besetzung zeichnet sich durch die große Spielfreude der Darsteller/innen aus, wobei vor allem die Erwachsenen mit ihren Schrullen gerne parodistisch überzeichnet werden. Im Mittelpunkt steht mit Lippel ein Junge, der sich im Übergang zum Teenager befindet. Eher schüchtern und passiv ist er alles andere als ein strahlender Held, aber gerade deswegen auch eine geeignete Identifikationsfigur für gleichaltrige Zuschauer/innen, denen Gefühle wie Einsamkeit oder Hilflosigkeit vertraut sein dürften.
Der Spielfilm „Lippels Traum“ basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Paul Maar, der auch das Drehbuch mit verfasst hat. Allerdings wurden für den Film Nebenhandlungen und -figuren des Romans aus dramaturgischen Gründen gestrichen oder gerafft. Hier bietet sich im Deutsch-Unterricht ein Vergleich zwischen literarischer Vorlage und filmischer Umsetzung an. Da die „Geschichten aus 1001 Nacht“ von zentraler Bedeutung sind, lässt sich zudem die Funktion und Bedeutung von Märchen hinterfragen. Lippel wird im Film selbst zur Märchenfigur, er muss Aufgaben meistern und an ihnen wachsen. Auch in wirklichen Leben steht er vor einer Herausforderung: Er muss lernen, mit der Realität umzugehen. Dank seiner Traumabenteuer, die Parallelen zu seinem Alltag aufweisen, und mit Hilfe seiner neuen Freunde gewinnt Lippel an Selbstvertrauen. Er stellt sich seinen Ängsten, geht aktiv gegen Unrecht vor und verhindert so, dass Frau Jakob sich zwischen ihm und seinen geliebten Vater stellen kann. Es ist ein Schritt in die Mündigkeit.