Elser


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Elser
Regie: Oliver Hirschbiegel
Buch: Léonie-Claire Breinersdorfer, Fred Breinersdorfer
Länge: 113 Min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama, Historienfilm
Klasse: 10. bis 13. Klasse
Fächer: Geschichte, Politik, Deutsch, Sozialkunde, Religion, Ethik, Psychologie
Schlagwörter: Deutsche Geschichte, Nationalsozialismus, Totalitarismus, Widerstand, Zivilcourage, Idealismus, Politik, Gesellschaft, Familie, Freundschaft, Heimat, Liebe
Verleih: NFP
Jahr: 2015

Exzerpt:
In mühevoller Kleinarbeit bereitet der Schreiner Georg Elser 1939 ein Attentat auf Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller vor. Elser baut eigenhändig eine Bombe und platziert sie im Saal. Während Hitler den Veranstaltungsort jedoch 13 Minuten früher als geplant verlässt, wird Elser festgenommen. Die Ermittler können nicht glauben, dass er ohne Hintermänner in der Lage war, den Anschlag zu verüben.

In mühevoller Kleinarbeit hat der Schreiner Georg Elser 1939 ein Attentat auf Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller vorbereitet. Er weiß: Jedes Jahr am Abend des 8. November hält „der Führer“ dort eine Rede zum gescheiterten Putschversuch von 1923. Elser baut eigenhändig eine Bombe mit Zeitzünder und platziert sie hinter dem Rednerpult. Während Hitler den Veranstaltungsort jedoch früher als üblich verlässt – 13 Minuten vor der Detonation der Bombe –, wird Elser bei dem Versuch, sich in die Schweiz abzusetzen, festgenommen. Weder Hitler, noch Gestapo und die an den Ermittlungen beteiligte Kripo können glauben, dass ein Mann alleine und ohne Hintermänner in der Lage war, den Anschlag zu verüben. In quälenden Verhören und teils unter brutaler Folter pressen die NS-Schergen ein Geständnis sowie Details und Hintergründe zur Tat aus Elser heraus.
Dem Film gelingt es, in intensiven Bildern ganz unterschiedliche Atmosphären einzufangen und in der Parallelführung von Gegenwart und Rückblenden in die Vergangenheit zu kontrastieren: Der Grausamkeit und Unnachgiebigkeit der Verhörszenen und der klaustrophobischen Atmosphäre in Elsers baden-württembergischen Heimatdorf Königsbronn stehen Erinnerungssequenzen von Elsers glücklicher Zeit als Handwerker, Musiker und Frauenheld vor der Machtübernahme der Nazis gegenüber. Der Film bedient sich dabei keineswegs banaler Schwarz-Weiß-Malerei: Eine Figur wie Kripo-Chef Nebe, selbst später wegen Verbindungen zu den Widerständlern des 20. Juli 1944 hingerichtet, wird als durchaus zwiegespalten und mit einem leisen Verständnis für den Attentäter gezeichnet. Und Georg Elser ist keine platte Helden-, wohl aber glaubwürdige Identifikationsfigur.
Der Film bietet Anknüpfungspunkte insbesondere in zwei Richtungen: Auf der einen Seite beruht er auf einer tatsächlichen Begebenheit und zeichnet diese nach. Beispielhafte Fragestellungen hierzu sind: Wie nah ist die Filmfigur dem Menschen Georg Elser? Mit welchen Mitteln wurde der Inhalt des Films, wurden z. B. insbesondere die Dialoge bei den Verhören rekonstruiert? Was ist von dieser historischen Tat auch heute noch zu lernen? Auf der anderen Seite stehen zeitlose Fragen nach Widerstand und Zivilcourage, nach der Frage der berechtigten oder unberechtigten Tötung von Menschen zum Zwecke der Verhinderung eines größeren Unheils, nach Mitwissertum und Mitschuld – was kann der Einzelne gegen einen schier übermächtigen Gegner ausrichten? Und wie sind Gewalttaten eines Unrechtsregimes im Nachhinein zu ahnden?