Disconnect


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Disconnect
Regie: Henry-Alex Rubin
Buch: Andrew Stern
Länge: 115 min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Drama
Klasse: 10. bis 13. Klasse
Fächer: Ethik, Sozialkunde, Gesellschaftswissenschaft, Medienkunde, Philosophie, Psychologie
Schlagwörter: Kommunikation, Cybermobbing, digitale Welt, Technik/neue Technologien, Gesellschaft, Identität, Manipulation, Ausbeutung, Medien
Verleih: Weltkino Filmverleih
Jahr: 2012

Exzerpt:
In drei Episoden erzählt Disconnect vom Einfluss moderner Kommunikationstechnologien auf unser alltägliches Leben.

In drei Episoden erzählt Disconnect vom Einfluss moderner Kommunikationstechnologien auf unser alltägliches Leben. Da ist der Teenager Ben, der sich einsam und unverstanden fühlt, bis er im Netz die offene und verständnisvolle Jessica kennen lernt. Er ahnt nicht, dass sie nur die Erfindung zweier niederträchtiger Klassenkameraden ist. Cindy versucht in Selbsthilfeforen den Tod ihres Babys zu verarbeiten, während ihr Mann Derek mit Online-Poker auf Verdrängung setzt. Dass die beiden dabei viele persönliche Daten im Netz hinterlassen, gefährdet plötzlich ihre gesamte materielle Existenz. Die ehrgeizige und karrierebewusste Fernsehjournalistin Nina will mit einer Reportage über den minderjährigen Kyle, der seinen Lebensunterhalt mit Cyber-Sex verdient, groß rauskommen. Die Prozesse, die sie damit in Gang setzt, kann sie plötzlich nicht mehr kontrollieren.
In teils verwobenen, teils nebeneinander erzählten Geschichten beleuchtet Regisseur Henry-Alex Rubin, inwieweit moderne Kommunikationstechnologien unser Zusammenleben, insbesondere die Art und Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen, beeinflussen. Der intelligente, fesselnde Film, der teils spannend wie ein Thriller erzählt ist, lotet das destruktive Potential des Internets aus und verlässt sich dabei auf die Stärke der einzelnen Geschichten und Charaktere. Rubin, der sich zuvor als Dokumentar- und Werbefilmer einen Namen gemacht hat, erzählt schnörkellos, atmosphärisch dicht und handwerklich perfekt von den fatalen Konsequenzen, die ein paar harmlose Tastatureingaben oder Klicks auf das reale, physische Leben haben können und wirft dabei Fragen auf, statt Antworten zu geben.
Trotz aller Diskussionen um Datensicherheit und trotz der allgegenwärtigen Kritik an der Datensammelwut großer (Internet-)Konzerne können viele Menschen recht leicht dazu verführt werden, intime Geheimnisse und persönlich Daten online preiszugeben. Disconnect lädt ein, über die damit verbundenen Gefahren zu sprechen. Gehen diese Gefahren in erster Linie von den neuen Kommunikationstechnologien aus, oder von den Menschen, die böse Absichten verfolgen? kann darauf aufbauend diskutiert werden. Aber auch grundsätzliche Fragestellungen wie die, inwieweit unser Leben von der Beziehung zur Technologie beeinflusst wird (always on-Problematik, Kinder und Jugendliche als digital natives) können untersucht werden. Für den Unterricht besonders relevant sind die beiden Geschichten, in denen Jugendliche durch Cybermobbing bzw. durch Ausbeutung in existentielle Ausnahmesituationen geraten. Aber auch die Geschichte um eine gestohlene Identität lässt sich leicht auf den Alltag Jugendlicher übertragen.