Die Schüler der Madame Anne


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Die Schüler der Madame Anne
Regie: Marie-Castille Mention-Schaar
Buch: Marie-Castille Mention-Schaar, Ahmed Dramé
Länge: 105 min
FSK: ab 6 Jahren
Genre: Drama
Klasse: 9. bis 13. Klasse
Fächer: Französisch, Deutsch, Geschichte, Ethik, Religion, Philosophie, Psychologie, Sozialkunde
Schlagwörter: Schule, Erziehung, Begegnung, Holocaust, Geschichte, Religion/Religiosität, Kommunikation, Hoffnung, Konfliktbewältigung
Verleih: Neue Visionen
Jahr: 2014
Begleitmaterial

Kurzbeschreibung:
Die elfte Klasse des Leon Blum Gymnasiums gilt als sehr schwierig. Als die engagierte Anne Gueguen die Klasse übernimmt, meldet sie diese bei einem nationalen Schülerwettbewerb an. Die Jugendlichen lehnen das Angebot zunächst ab – was haben sie schon mit der Vergangenheit und Konzentrationslagern zu tun? Obwohl sich die meisten noch nie damit auseinandergesetzt haben, erkennen sie, dass die Geschichte auch für sie eine Bedeutung hat.

Die elfte Klasse des Leon Blum Gymnasiums im Pariser Vorort Creteil gilt als sehr schwierig. Persönliche und kulturelle Differenzen drücken sich in gegenseitigen Beleidigungen aus, Regelverstöße gehören zum Schulalltag. Als die engagierte Anne Guegu als Klassenlehrerin die Klasse übernimmt, meldet sie diese bei einem nationalen Schülerwettbewerb an. Die Jugendlichen lehnen das Angebot zuerst ab. Was haben Sie schon mit der Vergangenheit, und Konzentrationslagern zu tun? Doch trotz immer wiederkehrender Gegenwehr gelingt es der ebenso geduldigen wie hartnäckigen Madame Anne schließlich, die Mädchen und Jungen zu begeistern. Obwohl die meisten sich noch nie mit der Historie des eigenen Landes auseinandergesetzt haben, erkennen die Schüler und Schülerinnen, dass die Vergangenheit auch für sie eine Bedeutung hat. Darüber hinaus erfahren sie, was es heißt, in einer Gemeinschaft zu denken, zu arbeiten, miteinander umzugehen und vor allem: sich selbst zu vertrauen. So zeigt das Projekt schließlich einen Erfolg, der weit über die erfolgreiche Teilnahme am Schülerwettbewerb hinausreicht.
Marie-Castille Mention-Schaar schafft es, die interkulturellen Unterschiede von Jugendlichen und deren Perspektivlosigkeit aufschlussreich zu thematisieren und eine Lösung zu erarbeiten, wie Lehrkräfte mit persönlichen und kulturellen Diskrepanzen der Schüler und Schülerinnen umgehen können. Madame Anne, die auf einem realen Vorbild beruht, lässt eine Klassengemeinschaft entstehen, indem sie die Thematik des Holocausts von den Jugendlichen aufarbeiten lässt. Ohne Zeitsprünge oder Rückblenden in die Zeit des Nationalsozialismus, sondern nur durch die Reaktionen der Schüler und Schülerinnen, überträgt die Regisseurin die Emotionen aus der Vergangenheit in die Gegenwart. So gelingt es ihr, sowohl das Thema Holocaust als auch die kulturellen, religiösen und persönlichen Unterschiede der Jugendlichen eindrücklich darzustellen.
Der Film thematisiert anschaulich eine Gegenwart, in der der Vergangenheit kein Platz mehr eingeräumt wird. Die gemeinsame Vergangenheit ist jedoch ein richtiger Ansatzpunkt, um den Identitäts- und Selbstwertkonflikte zu behandeln und um ein Gemeinschaftsgefühl, Selbstvertrauen und Interesse an den Mitschülern/innen zu entwickeln. Im Unterricht kann die Beziehung der Schüler/innen zueinander thematisiert werden. Inwiefern basiert der Umgang der Jugendlichen auf ähnlichen oder völlig unterschiedlichen Moralvorstellungen und ethischem Empfinden? Was sind grundlegende Voraussetzungen für eine funktionierende Kommunikation? Woran liegt es, dass die Jugendlichen so perspektivlos sind? Anknüpfungspunkte stellen dabei Hoffnung und Selbstvertrauen dar in Kombination mit der Frage nach der Zukunft, der Gegenwart und der Vergangenheit. Daneben bietet der Film auch Anlass, sich mit dem deutschen Besatzungsregime in Frankreich und der Deportation von Juden zur Zeit des Zweiten Weltkriegs auseinanderzusetzen…