Die Abenteuer der kleinen Giraffe Zarafa


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Die Abenteuer der kleinen Giraffe Zarafa
Regie: Rémi Bezançon, Jean-Christophe Lie
Buch: Alexander Abela, Rémi Bezançon
Länge: 78 min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Animationsfilm, Kinderfilm
Klasse: 3. bis 7. Klasse
Fächer: Deutsch, Französisch, Sachkunde/Lebenskunde, Ethik/Religion, Kunst, fächerübergreifender Unterricht
Schlagwörter: Freundschaft, Tiere, Abenteuer, Afrika, Kolonialismus, Rassismus
Verleih: Alamode Film
Jahr: 2011

Exzerpt:
In einem kleinen Dorf im Herzen Afrikas lauschen die Kinder gebannt den Geschichten eines alten, weisen Mannes. Er erzählt von den Abenteuern des Jungen Maki, der einst auf der Flucht vor einem Sklavenhändler Freundschaft mit der Baby-Giraffe Zarafa schloss.

Doch Zarafa gerät in die Fänge von Hassan, einem Handlanger des ägyptischen Paschas, der sie dem König von Frankreich als Geschenk schicken will und sich im Gegenzug Hilfe gegen die einrückenden Türken erhofft. Während Zarafa spektakulär per Heißluftballon über das Mittelmeer und durch die Schneestürme der Alpen nach Paris verfrachtet wird, weicht Maki nicht von ihrer Seite. Er will sie in die Heimat zurückbringen, gegen alle Widerstände. Aber die Zeit vergeht; Zarafas Hals wird lang und länger. Schließlich muss Maki sich von ihr trennen und an die eigene Zukunft denken.
Der französische Animationsfilm nutzt die Möglichkeiten des Genres, um junge Kinogänger/innen angelehnt an eine wahre Geschichte kindgerecht an die komplexen historischen Verbindungen zwischen Frankreich und dem afrikanischen Kontinent heranzuführen. Die Figuren Maki und Zarafa sind entsprechend dem Kindchenschema entworfen. Allein schon ihre Niedlichkeit weckt Sympathie und erleichtert die Identifikation mit ihren ohnehin ehrbaren Zielen: Freundschaft, Selbstbestimmung und Freiheit. Der zwiespältige Hassan und der grausame Sklaventreiber hingegen sind kantiger gezeichnet. Der ignorante französische König gleicht sogar einer spöttischen Karikatur. Diese Dualität zwischen Gut und Böse findet sich in den Schauplätzen des Films wieder. Die warmen Farben der ursprünglichen afrikanischen Landschaften stehen im Gegensatz zur abweisend grauen europäischen Großstadt.
So orientiert sich der Film visuell an Klischees, doch die Erzählebene ist vielschichtig gestaltet. Maki und Zarafa erleben zwar ein spannendes, aber traumatisierendes Abenteuer. Wenn auch vom alten Mann behutsam für Kinder vorgetragen, Themen wie Ungerechtigkeit, Gewalt, Rassismus und Tod werden nicht ausgespart. Damit stellt der Film einen guten Ausgangspunkt dar, um sich kritisch mit den Phänomenen Menschen- und Tierhandel zu beschäftigen. Anhand von Figurenbeschreibungen, Inhaltsanalysen und Diskussionen der moralischen Botschaft des Films lässt sich das Bewusstsein für ethische Grundwerte, Menschenrechte und Tierschutz schärfen. Der Film bietet sich weiterhin an, um die Geschichte Afrikas und besonders die Ausbeutung des Kontinents durch koloniale Großmächte kennenzulernen. Makis und Zarafas Kino-Abenteuer endet mit einem Ausblick, der zudem zur kreativen Auseinandersetzung einlädt: Wie könnte die Zukunft ihrer Familien aussehen? Die Geschichte kann in eigenen Worten oder selbstgemalten Bildern weitergesponnen werden.