11 Der kleine Nick
Regie Laurent Tirard
Buch Alain Chabat nach der gleichnamigen Kinderbuchserie von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé
Länge 91 min
FSK ohne Altersbeschränkung
Genre Komödie, Literaturverfilmung
Klasse 2. bis 7. Klasse
Fächer Deutsch, Französisch, Ethik/Religion, Sachkunde, Sozialkunde
Schlagwörter Abenteuer, Kindheit, Familie, Fantasie, Freundschaft, Rollenbilder, Selbstbehauptung, Schule, Bildung/Bildungssystem
© Wild Bunch (Central)
Jahr 2009
Download
Exzerpt Ende der Fünfzigerjahre führt der kleine Nick ein zufriedenes Leben. Er hat tolle Freunde, eine geduldige Klassenlehrerin und liebevolle Eltern. Doch Nicks Welt gerät ins Wanken, als er fälschlicherweise annimmt, seine Mutter sei schwanger. Er befürchtet, dass ein Geschwisterchen ihm seine Kronprinzenrolle streitig machen könnte. Mit allen Mitteln versucht er das zu verhindern und sich für die Eltern unentbehrlich zu machen.
Hier Weiterlesen

Inhalt

Ende der Fünfzigerjahre führt der kleine Nicolas, von allen Nick genannt, ein zufriedenes Leben. Er hat unternehmungslustige Freunde, eine geduldige, wenn auch manchmal überforderte Klassenlehrerin und liebevolle Eltern. Doch Nicks heile Welt gerät ins Wanken, als er fälschlicherweise annimmt, seine Mutter sei schwanger. Er befürchtet, dass ein Geschwisterchen ihm seine Kronprinzenrolle streitig machen könnte – möglicherweise würden ihn seine Eltern gar, wie den kleinen Däumling im Märchen, im Wald aussetzen. Das möchte Nick auf jeden Fall verhindern. Mit allen Mitteln und der Hilfe seiner Freunde versucht er, sich für die Eltern unentbehrlich zu machen.

Umsetzung

Konsequent aus der Perspektive von Nicolas erzählt, mit liebevollen Charakterzeichnungen und stimmiger Ausstattung ist Regisseur Laurent Tirard eine ebenso amüsante wie eigenständige Verfilmung des Kinderbuchklassikers von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé gelungen. Kommentiert von Nicks Stimme im Voice Over wurden einzelne Episoden in eine Handlung voller aberwitziger Verstrickungen und Situationskomik transponiert. Mief und Muff der Fünfzigerjahre ist allerorten spürbar, im hochglanzpolierten Nierentischambiente, in der Schwarzen Pädagogik, in Geschlechterverhältnissen und der autoritätsgeprägten Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen. Zeitlos ist jedoch der entlarvende kindliche Blick auf die scheinbar so vernünftigen Erwachsenen, die sich, so das augenzwinkernde Resümee des Films, in vielem gar nicht so sehr von den Kindern unterscheiden.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit

Zwar können Jugendliche die ironischen Aspekte des Films besser erfassen, doch in den liebevollen und vielseitigen Kinderdarstellungen finden auch jüngere Altersgruppen ansprechende Identifikationsangebote. Humorvoll spricht „Der kleine Nick“ trotz der zeitlichen Verortung in den 1950er-Jahren universelle Erfahrensräume von Kindern und Jugendlichen an. So können zum einen verschiedene Rollentypen innerhalb der Klassen-gemeinschaft („Streber“, „Faulenzer“ usw.) oder der Freundesclique sowie die eigene Position innerhalb dieser Sozialgruppen hinterfragt werden. Aber auch die Auseinander-setzung mit der Erwachsenenwelt birgt spannende Anknüpfungspunkte. Gerade in Fächern wie Lebenskunde und Ethik kann die Bedeutung der eigenen Familie, die einen wichtigen Stellenwert im Leben Heranwachsender einnimmt, anhand des Films thematisiert werden. Interessante Diskussionsmöglichkeiten bietet ein Vergleich zwischen heute und damals in Bezug auf Schulsystem, Unterrichtsmethoden, Geschlechterverhältnisse und Familien-konstellationen. Nicht zuletzt können im Deutsch- und Französischunterricht Literaturvorlage und filmischer Umsetzung analysiert werden.