Der blaue Tiger


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Der blaue Tiger
Regie: Petr Oukropec
Buch: Petr Oukropec, Tereza Horváthová
Länge: 92 min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Kinderfilm, modernes Märchen
Klasse: 2. bis 5. Klasse
Fächer: Deutsch, Sachkunde, Kunst, Lebenskunde/Religion
Schlagwörter: Großstadt, Natur, Tiere, Freundschaft, Autoritäten, Märchen, Abenteuer, Filmsprache
Verleih: farbfilm vereih
Jahr: 2011

Exzerpt:
Mitten in der Großstadt liegt wie eine vergessene Insel der alte Botanische Garten, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Jetzt soll er verschwinden, denn die Stadterneuerungspläne des ehrgeizigen Bürgermeisters sehen an der Stelle ein modernes Entertainment-Center vor.

Mitten in der Großstadt liegt wie eine vergessene Insel der alte Botanische Garten, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Jetzt soll er verschwinden, denn die Stadterneuerungspläne des ehrgeizigen Bürgermeisters sehen an der Stelle ein modernes Entertainment-Center vor. Eine Katastrophe für Johanna und Mathias. Die beiden Kinder leben im Botanischen Garten und wollen ihr schönes Zuhause mit all seinen Pflanzen und Tieren erhalten. Da taucht plötzlich ein Tiger in der Stadt auf. Er ist nicht nur blau, sondern scheint auch magische Kräfte zu besitzen. Nachdem er – beschützt von Johanna und Mathias – im Botanischen Garten Zuflucht gefunden hat, verwandelt sich der heruntergekommene Garten über Nacht in eine üppige, prachtvolle grüne Oase, in die die Bürger nur so strömen. Johanna und Mathias haben nun alle Hände voll zu tun, den blauen Tiger vor den Handlangern des Bürgermeisters zu schützen.
In schönster tschechischer Kinderfilm-Tradition erzählt Der blaue Tiger ein modernes Großstadtmärchen. Die ausgeprägte Fantasie der 9-jährigen Johanna wird durch witzige, animierte Elemente visualisiert, so dass die Zuschauer/innen an ihrer Vorstellungskraft teilhaben können und der Film insgesamt eine magische, wunderliche Stimmung erhält, was zum Teil durch den Soundtrack und die Tonspur unterstützt wird. Die erwachsenen Charaktere sind überwiegend überspitzt dargestellt. Einzig Johannas Mutter ist differenziert gezeichnet und gibt ihrer Tochter und dem von seinem zerstreuten Botaniker-Vater immer etwas allein gelassenen Mathias sowie der Filmhandlung immer wieder Erdung. So ist Der blaue Tiger ein auf angenehme Weise altmodischer Film, der sein Publikum verzaubern und unterhalten möchte und dem das auch ohne schnelle Schnitte oder aufdringliche Musik gelingt.
Der Film regt Grundschüler/innen dazu an, über schützenswerte Tiere, Natur und Umwelt, den Lebensraum Großstadt und Stadtplanung nachzudenken und ist deshalb für den Einsatz im Sachkunde- oder naturwissenschaftlichen Unterricht sehr geeignet. Das Thema (modernes) Märchen bietet sich für den Deutschunterricht an. Auch unterschiedliche Erziehungsstile sowie eine sehr autoritäre Schule werden im Film vorgestellt. So kann auch am Beispiel des Machtanspruchs des geltungssüchtigen Bürgermeisters über den Umgang mit Autoritäten und demokratische vs. autokratische Gesellschaftsstrukturen gesprochen werden. Der Einfluss der Medien ist immer wieder Gegenstand der Handlung, denn eine unermüdliche Fernsehreporterin steht als Mittlerin zwischen Bürgermeister und den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung. Schließlich ist Der blaue Tiger durch seine Trick-Elemente sehr gut für den Kunstunterricht geeignet.