Das Mädchen Wadjda


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Das Mädchen Wadjda
Regie: Haifaa Al Mansour
Buch: Haifaa Al Mansour
Länge: 97 min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Kinderfilm, Drama
Klasse: 5. bis 9. Klasse
Fächer: Deutsch, Gesellschaftskunde, Religion, Ethik
Schlagwörter: Fremde Kulturen, Mädchen, Islam, Familie, Rollenbilder
Verleih: Koch Media/Neue Visionen
Jahr: 2013

Exzerpt:
Wadjda ist zehn Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter, einer Krankenschwester, in Riad. Sie ist ein aufgewecktes Mädchen, das gern Dinge täte, die der Islam für Mädchen nicht vorgesehen hat. Zum Beispiel mit ihrem Freund Abdullah um die Wette Fahrrad fahren, unter der Hand verkaufte Kassetten mit englischen Pop-Songs hören oder die Nägel lackieren.

Wadjda ist zehn Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter, einer Krankenschwester, in Riad. Sie ist ein aufgewecktes Mädchen, das gern Dinge täte, die der Islam für Mädchen nicht vorgesehen hat: zum Beispiel mit ihrem Freund Abdullah um die Wette Fahrrad fahren, unter der Hand verkaufte Kassetten mit englischen Pop-Songs hören oder die Nägel lackieren. Ihre Mutter hat ganz andere Sorgen: sie ist seit Wadjdas Geburt unfruchtbar und hat gehört, dass der Vater sich eine zweite Frau nehmen möchte, die ihm den Sohn schenken soll, den er sich wünscht. Als Wadjda ihr Traumfahrrad entdeckt, bemüht sie sich mit Geschick und Tricks darum, Geld aufzutreiben, um es sich kaufen zu können, und nimmt schließlich sogar am schulischen Koranwettbewerb teil, um sich mit dem Preisgeld ihren Wunsch zu erfüllen. Während Wadjda ihrem Ziel immer näher kommt, muss ihre Mutter erkennen, dass alle Bemühungen nichts nützen, mit denen sie den Vater an sich zu binden versucht.
Das Mädchen Wadjda, der erste von einer Frau in Saudi-Arabien realisierte Film, erzählt auf poetische, humorvolle und authentische Weise vom Aufbegehren eines Mädchens in einer von Männern streng regulierten Kultur. Die Kamera begleitet Wadjda bei ihren teilweise recht gewagten Unternehmungen und ermöglicht westlichen Zuschauern dabei einen spannenden Einblick in die fremde Welt Saudi-Arabiens. Der gesellschaftliche Raum, in dem sich Frauen, getrennt von Männern, in einer begrenzten Öffentlichkeit bewegen, und der private Raum des Familienlebens, das ebenfalls nach starren Mustern abläuft, aber zumindest Nischen für die Verwirklichung eigener Träume lässt, bilden einen authentisch wirkenden Rahmen für die starke Hauptfigur und ihre Ideen. Der Film erzählt nicht von spektakulären Ereignissen, sondern von detailreich und mitreißend umgesetzten Alltagsgeschehnissen der Hauptfigur, so dass eine poetische Spannung entsteht. Dabei vermeidet der Film auf angenehme Weise Klischees, die unsere Vorurteile bedienen könnten.
Der Film schildert authentisch, humorvoll und optimistisch eine uns fremde Lebenswelt, über die viele Vorurteile existieren. Es empfiehlt sich, Schülerinnen und Schüler auf diese Fremdheit vor dem Filmbesuch vorzubereiten, um zu gewährleisten, dass sie sich auf die Welt des Films einlassen. Durch die Art der Darstellung eröffnet er gute Möglichkeiten, diese Welt kennen zu lernen und über sie zu sprechen. Das gilt nicht nur für Ge- und Verbote, die zur Unterdrückung von Frauen und Mädchen beitragen, sondern auch für deren lebendige, ideenreiche Form des Widersetzens. Die 10-jährige Wadjda und ihr starker Wunsch nach Unanhänigkeit stehen eindeutig im Mittelpunkt der Handlung. Kinder ab 10 Jahre können sich trotz des fremden Alltags gut mit ihr identifizieren. Es bietet sich an, in den Gesprächen einzelne Ereignisse detaillierter zu betrachten: beispielsweise den Umgang miteinander in der Schule, wie und warum dort Verhalten bestraft wird, die Freundschaft zwischen Wadjda und Abdullah, die Beziehungen zur Mutter und zum Vater, etc.. Ältere Schüler/innen wiederum können sich Gedanken über die Beziehung zwischen Mutter und Vater machen und das Leben und Handeln der Mutter näher betrachten.