Das kleine Gespenst


FilminfoInhaltFilmische UmsetzungAnknüpfungspunkte für die pädagogische ArbeitTrailer
Das kleine Gespenst
Regie: Alain Gsponer
Buch: Martin Ritzenhoff nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Otfried Preußler
Länge: 92 min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Kinderfilm, Literaturverfilmung
Klasse: 1. bis 5. Klasse
Fächer: Deutsch, Sachunterricht, fächerübergreifender Unterricht
Schlagwörter: Spuk- und Gespenstergeschichten, Lüge und Wahrheit, Verfilmung eines Kinderbuches, Drehbuch und Storyboard, Rollen einer Kleinstadt, Animation und Realfilm
Verleih: Universum Film
Jahr: 2013
Begleitmaterial

Kurzbeschreibung:
Auf Burg Eulenstein haust friedlich ein kleines weißes Gespenst, das tagsüber auf dem Dachboden schläft und nachts umher spukt. Mit Hilfe seines besten Freundes, dem Uhu Schuhu, versucht es vergeblich, die Welt in bunten Farben bei Tageslicht zu betrachten.

Auf Burg Eulenstein haust friedlich ein kleines weißes Gespenst, das tagsüber auf dem Dachboden schläft und nachts umher spukt. Mit Hilfe seines besten Freundes, dem Uhu Schuhu, versucht es vergeblich, die Welt in bunten Farben bei Tageslicht zu betrachten. Bei einer Nachtwanderung seiner Schulklasse im Burgmuseum begegnet Karl dem Geist, was ihm zunächst nicht einmal seine Freunde Marie und Hannes glauben, die Eltern wollen ihm die Gespensterfantasie austreiben. Als das kleine Gespenst bald darauf beim zwölften Schlag der verstellten Rathausuhr in gewohnter Weise herumzugeistern beginnt, trifft es überraschenderweise das erste Mal auf Sonnenlicht. Flugs verfärbt es sich pechschwarz und versetzt als dunkler Unbekannter die Bewohner des Städtchens ausgerechnet zur 375-Jahr-Feier in Angst und Schrecken. Nachdem seine mutigen Freunde mit Hilfe des Uhrmachermeisters die Rathausuhr umgestellt haben, kann es endlich wieder zum unbehelligten Nachtgespenst werden und getrost auf die Burg zurückkehren.
Im Unterschied zu Curt Lindas einfach gestaltetem Zeichentrickfilm (D 1992) setzt Alain Gsponers Spielfilmadaption mit Animationsbestandteilen Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker aus dem Jahre 1966 unter Zuhilfenahme von attraktiven, jedoch nicht überbordenden Schauwerten und Effekten des Kinos um. In ihrer Mischung aus Märchen, Fantasy, Abenteuer und Komödie erscheint die unterhaltsame, weitgehend klischeefreie Inszenierung ganz auf die Auffassungsgabe der jüngsten Zuschauergruppen zugeschnitten. Dem entspricht die ins Behagliche verfremdete Gespenstervisualisierung mit kindgerechten Gruseleffekten, die eingängige, farbdramaturgisch stilisierte Inszenierung des Tag-Nacht-Spuks mit Grundvertrauen in Heile Welt und Happy End, die nicht zu komplexe, mal mehr oberflächliche, mal etwas tiefergehende Figurenzeichnung im Rahmen des Gut-Böse-Schemas und nicht zuletzt die sympathische Erzählung der Freundschaft einschließlich der tragenden Rolle der Tiere.
Bereits für Kinder an der Schwelle zum Grundschulalter, die dem kleinen Gespenst zum Teil schon als Hörspiel begegnet sein dürften, wird die unterhaltsame Art der Umsetzung des Gespensterfantasie-Themas ebenso ansprechend sein, wie die damit verbundene Freundschafts- und Familiengeschichte. Zur Vertiefung entwicklungsrelevanter Themen im Unterricht bietet sich z. B. eine Erörterung der differenziert zu betrachtenden Rolle der Eltern des Problemschülers an, die sich zu den Gespensterfantasien ihres Kindes in aufschlussreicher Weise unterschiedlich verhalten. An der besonders eindrücklich inszenierten Episode rund um die verstellte Rathausuhr mit weitreichenden Konsequenzen für den Tag-Nacht-Rhythmus des Spuks lässt sich die strukturierende und orientierende Bedeutung der Zeit mit Kindern philosophisch erörtern. Auf der filmgestalterischen Ebene können sich daraus ebenso wie aus der Gespensteranimation, aber auch aus der Inszenierung der Tierwelt Anknüpfungspunkte für praktisch-kreative Gestaltungsaufgaben ergeben, z. B. im Bereich des Zeichnens, Bastelns und szenischen Darstellens.