Das fliegende Klassenzimmer


FilminfoInhaltUmsetzungTrailer
Das fliegende Klassenzimmer
Regie: Tomy Wigand
Buch: Henriette Piper, Franziska Buch, Uschi Reich nach dem Jugendbuch von Erich Kästner
Länge: 109 min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Literaturverfilmung
Klasse: 3. bis 6. Klasse
Fächer: Deutsch, Sozialkunde, Geschichte
Schlagwörter: Literaturverfilmung, Schule, Freundschaft, Solidarität, Geschlechterrollen
Verleih: Constantin Film
Jahr: 2002

Exzerpt:
„Das Glück ist bis ins Unendliche verteilt. Und das Unglück auch …“, so lässt Erich Kästner Jonathan Trotz in seinem Buch „Das fliegende Klassenzimmer“ räsonieren.

Die Tertianer eines Leipziger Internats und die „Externen“ Klassenkameraden aus Leipzig mögen sich nicht besonders. Die Tertianer, das sind Martin, Uli, Matz, Kreuzkamm junior und Jonathan, der bereits von acht Internaten geflogen ist, bevor er von der Schule des berühmten Thomanerchors in Leipzig aufgenommen wird. Jonathan ist auch jetzt wenig zuversichtlich, dass er es diesmal schaffen wird. Der Internatsleiter Justus ist aber anderer Ansicht und behält Recht: Die Klassenkameraden nehmen ihn in ihrem Kreis auf und zeigen ihm sogar ihren Geheimtreff: einen alten Eisenbahnwaggon auf einem Brachgrundstück. Dort werden sie von einem seltsamen Mann, dem „Nichtraucher“ überrascht, der ebenfalls einen Schlüssel zu dem Waggon besitzt.
Am nächsten Morgen ist in der Nikolaikirche eine Konzertaufzeichnung des Internatschors anberaumt. Die „Externen“ stehlen die Konzertnoten und entführen Kreuzkamm, weshalb der Auftritt eine Katastrophe wird. Wiedergutmachen wollen die Freunde das Fiasko durch eine gelungene Weihnachtsaufführung des Theaterstückes „Das Fliegende Klassenzimmer“, dessen Script sie in Ihrem Eisenbahnwaggon gefunden haben. Mit ihren zunächst heimlichen Proben lösen sie eine Reihe von Ereignissen aus, die zunächst Verwirrung und schließlich aber eine umfassende Versöhnung stiften.
Regisseur Tomy Wigand und seine Autorinnen haben bei ihrer Adaption den Grundgestus der literarischen Vorlage wohlweislich beibehalten. Kästner hatte seine moralischen Botschaften geschickt in spannende und aktionsreiche Geschichten eingebunden. Daran galt es festzuhalten, gleichzeitig einen modernen Rahmen zu finden und dem geänderten Emanzipationsverständnis heutiger Kinder gerecht zu werden: Der verehrte Lehrer Dr. Bökh wurde vom Thron genommen und bekam eine richtige Biographie, die ihm beispielsweise auch Schwächen für eine schöne Kollegin erlaubt. Der „Nichtraucher“ ist nun ein interessanter erwachsener Kumpel, der überraschend auftaucht und nicht mehr unmittelbar regulierend in die Konflikte der Kinder eingreift. Aus dem Jungen Egerland, dem ritterlichen Anführer der konkurrierenden Clique, wurde das Mädchen Mona. Um die soziale Differenzierung der Gesellschaft in heutigen Internaten noch sichtbar machen zu können, wurde die Handlung in das Schulheim des Leipziger Thomaner-Chors verlegt, wo als Aufnahmekriterium nicht das Geld der Eltern, sondern allein Begabung zählt. Als erfreulicher Nebeneffekt verleiht dieser Handlungsort mit Stellen aus Bachs Weihnachtsoratorium dem Film fast beiläufig einen opulenten akustischen Rahmen.