Bekas


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Bekas
Regie: Karzan Kader
Buch: Karzan Kader
Länge: 92 min
FSK: ab 6 Jahre
Genre: Kinderfilm, Drama, Roadmovie
Klasse: 4. bis 7. Klasse
Fächer: Geschichte, Ethik, Religion, Erdkunde
Schlagwörter: Kindheit, Krieg/Kriegsfolgen, Armut, fremde Kulturen, Flüchtlinge, Mut, Idole, Träume, Abenteuer
Verleih: Universum Film
Jahr: 2012

Exzerpt:
Die Geschichte der beiden Brüder Zana (7 Jahre) und Dana (10 Jahre) spielt im kurdischen Teil des von Saddam Hussein regierten Iraks der 1990er-Jahre. Die zwei Jungen wachsen als Kriegswaisen ohne Familie auf und müssen ihren Lebensunterhalt sowie den oftmals harten städtischen Alltag selbst bestreiten.

Als sie heimlich durch eine Dachluke auf die Leinwand eines Kinos schauen können und einen Blick auf Superman erhaschen, wendet sich die Geschichte. Der starke Held löst in den beiden Jungen, vor allem bei Zana, eine große Sehnsucht aus: Sie wollen nach Amerika, “die große Stadt, in der Superman lebt“. Für den älteren Dana ist das Ziel bald mehr Mittel zum Zweck, denn er glaubt, die von ihm angehimmelte Helliya werde auch dort sein. Mit einer Landkarte und einem wertlosen Medaillon machen sich die Brüder auf den gefahrvollen Weg. Dabei haben sie weder Pässe noch Geld und nur einen Esel namens „Michael Jackson“ als Fortbewegungsmittel.
Der schwedische Regisseur Karzan Kader ist selbst im Irak geboren und flüchtete im Alter von 6 Jahren mit seinen Eltern nach Schweden. Dies erklärt die hohe Authentizität seiner Geschichte, die sich zu einem in warmen, gelb-braunen Farben gezeichneten Roadmovie entwickelt. Auch wenn das Sujet „Kriegsfolgen und Migration“ tief politisch und keine leichte Kost ist, erzählt Karzan Kader stets aus der kindlichen Perspektive. Die Brüder erleben Abenteuer, die amüsant, spannend und teilweise hochdramatisch sind. Die Konflikte werden jedoch stets kindgerecht aufgelöst und es bieten sich immer wieder Momente der Entspannung. Das Erzähltempo ist gelassen und lässt so genügend Raum, das Gesehene zu verarbeiten. Im Zentrum stehen ebenfalls die wechselhafte Beziehung der Brüder und ihre Gefühle – Streit, Wut, Trauer, Versöhnung ebenso wie Freude und kindlicher Spaß.
„Bekas“ bietet verschiedene Zugänge, die je nach Alter unterschiedlich intensiv nutzbar sind: Zunächst ist die Sehnsucht nach einem persönlichen Superhelden oder einer Superheldin ein erfrischender und motivierender Zugang, um mit Kindern über ihre Wünsche und Gefühle ins Gespräch zu kommen. Die Flucht der beiden Jungen und die dargestellten Hindernisse (weder Pass noch Geld, politische Grenzen, Illegalität) eignen sich für ein Gespräch über die Gründe und Bedingungen von politischer und ökonomischer Migration. Ein dritter Anknüpfungspunkt stellt die geschwisterliche Beziehung dar. Ähnliche Spielarten von Zusammenhalt und Streit werden die meisten Geschwisterkinder kennen und auf sich über¬tragen können. Aufbauend bieten sich die – nicht vorhandene – Kindheit und der Alltag von Dana und Zana zur gemeinsamen Reflexion und einem Vergleich mit dem eigenen Leben der Schüler/innen an.